Sonntag, 26. Juni 2016

Zweifel

Nun sind endlich Ferien und eigentlich könnte ich mich freuen. Besonders weil Deutschland heute im EM-Achtelfinale 3:0 gewonnen hat. Aber wie man mich so kennt tue ich das nicht. Im Gegenteil. Bei mir kommen mal wieder meine Selbstzweifel hoch.
Irgendwie finde ich meine Person nicht sonderlich sympathisch. Ich arbeite wirklich hart an meinem Leben, trage viele kämpfe aus - doch irgendwie scheint sich nichts in die Richtung verändern zu wollen, wie ich es gerne hätte. Ich habe das Gefühl, mein Leben nicht unter Kontrolle zu haben, obwohl ich eigentlich relativ standsicher dastehe. Ich kann mein Leben eben nicht woanders hinlenken, stehe starr an einer Stelle.
Und dabei gibt es so vieles, was ich ändern möchte: Ich möchte zum einen etwas erreichen, Anerkennung ernten und irgendein Talent haben (weil ich bislang nichts sehe, in dem ich Talent haben könnte). Ich möchte mein Aussehen ändern, weil ich mich selber und meinen Körper nicht mag (auch wenn all diese Klugen Menschen von der Bravo oder die Psychologie Wissenschaftler behaupten, dass jeder seinen Körper nicht mag, daran glaube ich nicht). Ich möchte meine Ausstrahlung ändern, nicht der Streber Leon sondern ein Mensch sein, der auch mal gerne "abhängt" oder feiern geht. Mal etwas anderes erlebt als nur Sitzungen, Gitarrenstunden, Hausaufgaben oder Unterricht. Doch es gelingt mir schon seid Jahren nicht, diese Person zu werden. Und das macht mich total fertig.

Montag, 20. Juni 2016

Handy-Dilemma

Seid längerer Zeit schon habe ich mit meinem aktuellen Handy Ladeprobleme. Inzwischen lädt es gar nicht mehr und das hat mich dazu veranlasst, alte Handys raus zu kramen. Zugegebenermaßen bin ich nicht sehr geschickt was Handys oder Technik angeht. In 6 Jahren hatte ich 6 Handys und in etwas über 3 Jahren 2 Laptopreperaturen.
Ehrlich gesagt ist es schwierig, in der heutigen Zeit in meinem Alter ohne Handy auszukommen. Man ist nie informiert, alle fragen einen andauernd, wieso man keine Nachrichten beantwortet (okay, alle nicht aber einige) und man selber ist irgendwie eingeschränkt, was mich irgendwie verrückt macht. Ein neues Handy ist zur Zeit auch nicht drin, sodass ich keinen Plan hab, wie es weiter gehen soll.
Das ist im Moment eigentlich auch mein größtes Problem, weil ansonsten im Moment eigentlich alles rund läuft. Das Abschlusszelten hab ich in Gedanken gestrichen und meine Deprimiertheit tritt im Moment auch nicht auf, obwohl sich im Grunde genommen nichts verändert hat. Fast nichts, denn eine Sache ist neu dazugekommen. Doch gerade diese Sache wird durch das Handy-Dilemma schwierig. Deshalb bleibt es mein kleines Geheimnis.

Abschlussbälle

Vergangenen Samstag war ich auf dem Abschlussball meiner besten Freundin. Sie hatte mich eingeladen, und es war eigentlich auch ganz gut. Nur hat mich das zum grübeln über meinen Abiball im nächsten Jahr gebracht.
Im Grunde genommen (ja, diese Formulierung benutze ich gerne) ist meine Angst vor dem Ball bestätigt worden. Ich will nichts schlechtes über meine Freundin sagen, denn sie ist wirklich eine tolle beste Freundin, nur dass sie halt ziemlich viel auf ihrem Abschlussball am Tisch saß und nicht viel wirklich gefeiert hat. Und dass kann ich verstehen (an dieser Stelle möchte ich nicht weiter begründen, aus Respekt vor der Privatsphäre anderer). Es geht hier auch nicht um sie, sondern darum, dass ich Angst habe, meinen Abiball auch so zu verbringen. Das wird dann immer so in Errinnerung bleiben, mein Leben lang. Der Abiball wird dann kein besonderes Erlebnis, sondern eine Errinnerung, die man verdrängen will. Und davor fürchte ich mich.
Nun könnte man sagen, es liegt ja in meiner Hand, was ich auf meinem Abiball mache, ob ich tanze, ob ich feiere, ob ich am Tisch sitze. Aber ganz so einfach ist es nicht. Denn ich habe Probleme, mit den Menschen umzugehen, die an meiner Schule, in meinem Umfeld, in meinem Alter sind. Ich habe immer Angst davor, etwas falsch zu machen. Gerade das ist auch das Problem mit dem Abschlusszelten.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Ein voller Kopf

Heute war bei uns in der Schule der sog. "Abi-Scherz". Dabei feiern die Abiturienten ihr Abitur und spritzen mit Wasserpistolen, während sie am Vortag die Schule verbarrikadiert haben. Den Abschluss bildet eine Show, sodass ab ca. der dritten Stunde kein Unterricht mehr stattfindet. Nun hat mich dieser "Abischerz" zum Nachdenken bewegt, schließlich bin ich im nächsten Jahr auch schon mit dem Abi dran.
Ich habe darüber nachgedacht, und das ist eigentlich nicht neu, was bleibt, wenn die Schule abgeschlossen ist. Wie ich auf meine Schulzeit zurückblicken werde, wie ich errinnern werde, dass ich kaum was zu errinnern habe.
Ein weiteres Problem ist das sog. "Abschlusszelten". Dabei ist es so eine Art Fest am Strand, bei dem die Zehntklässler ihren theoretisch erlangten erweiterten Realschulabschluss feiern. Letztes Jahr war ich dort, und ich muss sagen, dass es einer der wenigen Momente der Schulzeit war, an den ich mich gerne zurückerrinnere. Auch wenn einiges blöd gelaufen war (ich hatte z.B. mein Handy verloren), habe ich mich einmal als Teil des großen ganzen gefühlt.
Nun sind beim Abschlusszelten nicht nur die Zehntklässler, sondern auch Elftklässler oder Neuntklässler. Auch ich würde gerne dorthin gehen, doch mein Problem ist, dass ich mich nicht so fühle, als wäre ich dort erwünscht. Schließlich fanden es die anderen schon letztes Mal so komisch, dass ich dort erschienen bin.
Dazu kann ich nur sagen: Die anderen sehen mich als Streber, der gar nicht dazugehören WILL. Doch gerade da liegen sie falsch. Ja, ich bin ein Streber, aber nein, ich will dazugehören. Und zwar mehr als alles andere.
Es ist nicht so, dass ich ausgeschlossen würde. Nein, man geht mit mir in meinem Jahrgang völlig normal um. Und das war ehrlich gesagt vor einigen Jahren noch anders. Dafür, dass es jetzt so ist wie es ist bin ich auch dankbar. Aber die Leute aus meinem Jahrgang haben untereinander Freundschaften und Bekanntschaften geknüpft, über Jahre hinweg. So sind sie alle miteinander tief verwurzelt vernetzt, während ich diese Vernetzung nicht habe. Und auch sonst kenne ich wenig gleichaltrige.
Und zur Streber-Sache: Gerade weil ich eine merkwürdige Biografie habe (also bis heute gesehen), will ich Leistung zeigen. Ich will mir selbst und allen anderen Beweisen, dass das alles nicht umsonst war. Egal ob dem Schulleiter, Lehrern und Eltern, die damals gegen mich gewittert haben, anderen gleichaltrigen, dir mich für verrückt halten oder mir selbst. Ich will unter die besten drei meines Jahrgangs kommen, was mich zusätzlich fertig macht. Denn die besten drei werden genannt und ihnen wird gratuliert, wenn denn die Abiturientenverabschiedung stattfindet. Ich will Anerkennung, und das ist auch nichts neues.
So, nun habe ich so ziemlich alles niedergeschrieben, was gerade in meinem Kopf rumschwirrte. Und ich weiß immer noch nicht, wie ich mich bezüglich des Abschlusszeltens verhalten soll. Einfach vergessen, einfach in Arbeit stürzen, um nicht nachzudenken. Denn wenn ich nachdenke, dann komm ich zum Selbstmitleid. Und das bringt niemanden weiter.