Sonntag, 22. April 2018

Ein geniales Wochenende

Dieses Wochenende ist zum ersten Mal seid Ewigkeiten wieder mal ein schönes Wochenende gewesen. Am Freitag habe ich bei einem Kumpel übernachtet, Samstag war ich in Hannover auf einer Sitzung, die erfolgreich war. Danach war ich bei Sonnenschein Eis essen, und Abends gab es nette Gespräche bei Freunden auf einer Terrasse. Dabei habe ich eine Wohnung gesehen, die einen Flair von 1968 ausstrahlt - mit vielen Sammlerstücken. Bei Saft und netten Pralinen konnte ich den Tag entspannt ausklingen lassen.
Heute dann habe ich Zeitungen ausgetragen und dabei ein nettes Hörbuch gehört, lecker gekocht, war bei Sonnenschein spazieren, hab mich um meine Beziehung gekümmert... Kurzum ein wunderbares Wochenende, welches ich nach anstrengenden Wochen und Monaten mal wieder gebraucht habe. Morgen geht es dann wieder in die Uni, in der es im Moment auch ganz gut läuft... Ich habe das Gefühl, dass es im Moment nicht besser laufen könnte. Hoffen wir, dass es noch sehr lange so bleibt :)

Sonntag, 25. Februar 2018

Hinfallen, Aufstehen, Krone richten

Spaziergänge bieten einem viel Zeit und Raum zum Nachdenken und regen die grauen Hirnzellen durch die frische Luft stark an. So war es auch bei mir, als ich heute die Sonntagszeitung ausgetragen habe. Ich habe viel nachgedacht, und dabei viele Zeitungen ausgetragen, und mir sind Interessante Ideen und Schlüsse sowie neue Erkenntnisse gekommen.

Wenn ich hier so blogge, dann geht es mir meistens nicht wirklich gut und ich weiß nicht wohin damit. Natürlich habe ich einige Freunde, mit denen ich Reden kann, aber bei manchen Dingen habe ich das Gefühl, dass es mich mehr befreit, sie aufzuschreiben (auch wenn Schreiben und vor allem regelmäßige Postings nicht unbedingt meine Stärke sind). Dadurch, dass ich immer nur dann etwas schreibe, wenn es mir eher nicht so gut geht, entsteht ein tristes und nicht vollständiges Bild. Das ist natürlich nicht richtig - ich erlebe auch genug schöne Dinge.

In der Vergangenheit hatte ich immer treue Freunde, die auch heute noch bei mir sind. Das waren nicht viele, aber bekanntlich schlägt Qualität Quantität. Ohne sie wäre ich vermutlich heute nicht der Mensch, der ich bin, und ohne sie hätte ich vermutlich nie die nötige Geduld aufgebracht, um heute dort zu sein, wo ich bin. Ich denke, dass das in diesem Blog nicht rübergekommen ist. Und ich denke auch, dass Freundschaft ein kostbarer Wert ist.

Aber beim Austragen der Zeitungen sind mir noch mehr Gedanken gekommen. Ich habe gestern über Anerkennung geschrieben, und dass ich von äußerer Anerkennung in gewissermaßen Abhängig bin. Ich habe auch rüberbringen wollen, dass Politik ein schwieriges Terrain ist. Es ist wie ein riesiges Schachspiel, in dem es Schachfiguren gibt, die herumgeschleudert werden, und in dem es die Schachspieler gibt, die sich einen Spaß daraus machen, die Schachfiguren gegeneinander auszuspielen. Mir ist klar geworden, dass ich in dem Moment, in dem ich durch eine Rede vor einer Versammlung von Parteimitgliedern aus dem ganzen Bundesland gehalten habe, zur Schachfigur geworden bin, die es zu bewegen galt, und dass die Schachspieler ohne Rücksicht auf Verluste spielen. Tatsache ist aber, dass niemand so mit sich umspringen lassen muss und dass ich genau aus der gestrigen Niederlage, die ein Resultat eines solchen Schachspiels war, selbst zum Schachspieler aufsteigen kann, um das lästige System von Schachfiguren und Schachspielern ein für alle Mal zu beenden. Ich habe soviele Ideen gesammelt, die mir alle durch den Kopf geschossen sind, und ich glaube inzwischen, die ganzen Weisheiten zu verstehen, die es alle so gibt. "Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus" oder "Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, weitergehen" sind solche Weisheiten, die ich zu verstanden haben glaube, zumindest für diese Geschichte. Auch wenn ich total fertig vom Austragen bin, bin ich gerade voller Zuversicht und Freude.    

Samstag, 24. Februar 2018

Mein neues Leben

Ich weiß, dass ich lange nichts mehr gepostet habe. Mein letzter Post ist jetzt ungefähr 1 1/2 Jahre her - und seid dem hat sich vieles verändert. Ich sitze gerade im Zug, so, wie ich es in letzter Zeit nahezu täglich tue, und reflektiere die Dinge, die seid meinem letzten Post passiert sind.
Als ich mich vor 1 1/2 Jahren dazu entschlossen habe, nichts mehr auf diesem Blog zu posten, war das eine pragmatische Entscheidung: Ich kam ohnehin kaum dazu, etwas auf diesem Blog zu schreiben. Auch die Unsicherheit, wer alles diesen Blog lesen und die Dinge, die ich hier schreibe, eventuell auch gegen mich verwenden könnte, war seinerzeit ein Grund dafür, mit dem Bloggen aufzuhören. Aber all denjenigen, die das tun wollen, kann ich sagen: Es ist keine Schwäche, offen und ehrlich zu sein, sondern eine Stärke. Ich kann nichts mehr nicht ausstehen, als Menschen, die irgendwelche Dinge hinterrücks planen oder machen, und seine Gedanken zu offenbaren, ist nichts schlechtes. Man kann mich als krank oder depressiv, dumm oder naiv betrachten, weil ich ehrlich an mir Zweifele, man kann aber deshalb nicht meine anderen Qualitäten, wie zum Beispiel mein Verantwortungsbewusstsein, in Frage stellen. Ich habe, nachdem ich aufgehört habe zu bloggen, versucht, Tagebuch zu führen, schriftlich, per Sprachaufzeichnung oder sonstwie - aber so lange, wie ich gebloggt habe, habe ich nichts davon durchgehalten.
Man könnte sich natürlich fragen, wieso ich überhaupt Blogge - welcher halbwegs "normale" Mensch teilt seine Gedanken denn bitteschön der gesamten Welt mit? Und das tue ich auch - ich versuche zu reflektieren, warum ich das tue. Meine klassische Antwort ist mein Verlangen, meine Gedanken und Erlebnisse irgendwie zu strukturieren, zu reflektieren und zu verarbeiten, was ich nur tun kann, wenn ich sie teile.
 
 
Was ist nun alles passiert, seid meinem letzten Post? Nun, zwei meiner ewigen Probleme haben sich gelöst, wenn man es so betrachten will. Ich habe mein Abitur mit einem 1,8-Schnitt gemacht und Angefangen, Politik und Recht zu studieren. Dabei habe ich neue Leute kennen gelernt und damit einhergehend auch gelernt, zu feiern. Ich habe eine Beziehung angefangen, mit der ich wirklich glücklich bin. Ich habe mich auch persönlich weiterentwickelt - so schätze ich das jedenfalls ein. Das klingt nun alles erstmal nach wunschlosem Glück.
Aber nicht alles ist so, wie ich es schon immer wollte. Noch immer zweifele ich an mir selber und suche ständig Anerkennung von Außen. Noch immer habe ich das Gefühl, ein talentfreier Nichtsnutz zu sein, der nichts in diesem Leben tut, was es Rechtfertigen würde. Ich bin ein Visionär, möchte etwas bewegen und habe die Auffassung, dass jeder Mensch eine Aufgabe, eine Art Bestimmung in seinem Leben hat. Nur dass ich leider meine Bestimmung immer noch nicht gefunden habe.
Ich mache Politik, weil es das einzige ist, von dem ich irgendwie behaupten könnte, dass ich dabei einigermaßen Ahnung habe. In der Politik kommt man, wenn man Gestalten möchte, aber nicht an Wahlen vorbei, und zwar an solchen, bei denen man Kandidiert. Auch wenn ich einigermaßen gut mit Wahlniederlagen umgehen kann, macht es mich im inneren immer wieder fertig, wenn ich es nicht schaffe, zu überzeugen. Da schlägt sich wieder mein Verlangen nach Anerkennung nieder, das Verlangen, durch die Wahl eine Anerkennung von Menschen zu bekommen. Nun mag ich zu viel zu wollen, oder einfach nur bescheuert sein, mit meinem Minderwertigkeitskomplex in die Politik gehen zu wollen. Tatsache ist aber auch, dass ich keine Alternative sehe, etwas anderes zu tun - weil ich nicht weiß, worin ich vielleicht sonst gut bin oder worin mich die Menschen bedingungslos schätzen. Ich habe immer noch das Gefühl, immer alles Falsch zu machen, und besonders in der Politik, wo ich mich seid über zwei Jahren mit einem kaputten Kreisverband, also einem kaputten Ortsverein, vorfinde, bekommt man immer das Gefühl, es niemandem Recht machen zu können. Und wenn man dann auch noch erfolglos Kandidiert, fühlt man sich darin bestätigt. 
 
 
Zusammengefasst: Mein neues Leben ist gar nicht so neu, weil alte Wunde Stellen zurückbleiben, die immer wieder aufreißen.